I’m a legal alien allowed to work


i. A. g. Dass das wirklich ein Titel war, den man sich hinter den Namen auf die Visitenkarte schrieb, den sich Doktoren und Ingenieure erwarben, um zuhause, in Europa, eine bessere Ausgangsposition zu haben, drei Buchstaben, auf die sie stolz waren, konnte ich kaum glauben, bis ich jetzt in diversen Büchern und Berichten aus den siebziger und achtziger Jahren lese, wie Leute erzählen, dass es ihnen wegen dieses – für ein dadaistisches Gedicht erfunden klingendem – Zusatztitels tatsächlich (materiell) besser ergangen sei.
In Amerika gewesen zu sein scheint Wissenschaftlern und auch Künstlern, zwei  Berufsgruppen, die sich ja bei genauer Betrachtung sehr ähneln, noch immer einen besonderen Glanz zu verleihen, als bekämen sie dadurch eine Art Sockel (auf Rädern), auf dem sie sich von dem Moment an fortbewegen können; mit etwas mehr Übersicht als die anderen. Ganz immun bin ich dagegen auch nie gewesen. Das Amerika, das mir vorschwebte, war flächenmäßig allerdings ziemlich klein, denn es bestand nur aus New York. New York hatte, als Wort an sich, für mich einen Status apart, etwas, das Dingen, die damit assoziiert wurden, eine spezielle Anziehungskraft verlieh. Immer wieder besuchte ich deshalb das Hotel New York in Rotterdam, am Hafen gelegen und einst Hauptbüro der Holland-Amerika-Linie, der Ort, wo sich Anfang des 20. Jahrhunderts Amerikareisende einschifften; dort Muscheln zu essen und aufs Wasser hinauszuschauen, schien mich New York jedes Mal ein Stück näher zu bringen. In Lissabon kaufte ich einmal eine Kopie einer alten Karte aus dem Jahr 1672, „Nowel Amsterdam en L’Amerique“, auf der die Südspitze von Manhattan dargestellt ist. Das zumindest behauptet die Karte. In Wirklichkeit hieß die angeblich dargestellte Stadt 1672 schon gar nicht mehr Nowel Amsterdam sondern bereits New York, weil acht Jahre davor die Briten die holländische Kolonie übernommen und umgetauft hatten. Die Straßennamen, Gebäude und die hügelige Umgebung stellen auch keineswegs New York da, sondern das damalige Lissabon. Mir ist das beim Kauf der Karte ebenso wenig aufgefallen wie dem damaligen französischen Publikum. Dabei hätte man es leicht überprüfen können, denn nicht einmal die heutige Wallstreet ist eingezeichnet. Die gab es aber schon im 17. Jahrhundert, als Wall, der Neu Amsterdam gegen Angriffe abschirmte.

Das zeitgenössische New York hat für mich im Radio angefangen. Ich hörte, dass Künstler, die damals – ein vager Zeitbegriff, der sich in meiner Vorstellung ungefähr um die 1970er und 1920er Jahre rankte, mehr Genauigkeit verlangte ich in diesem Zusammenhang nicht, es war geschehen, bevor ich auf die Welt kam – nach New York zogen, sich im Chelsea Hotel einmieteten. In diesem Hotel musste oder durfte man seine eigenen Möbel mitnehmen, so verstand ich es aus den Interviews der Sendung; und wer dort hinzog, blieb Jahre. Eine Frau sagte in der Radiosendung, sie sei praktisch veranlagt und wolle keine Zeit verlieren, deshalb habe sie die Möbel für ihr leeres Zimmer ganz einfach in einem Geschäft in derselben Strasse gekauft. Man trug sie ihr hinauf und sie war eingerichtet.
Jedes Mal, wenn ich irgendwo neu einziehe, denke ich seither an die Überlegung dieser Amerikanerin aus dem Radio und ans Chelsea Hotel, und versuche, alles was ich brauche in der unmittelbaren Umgebung zu erstehen.

Als ich am 15. September 2010 endlich nach New York fliege, reise ich über Paris. Air-France serviert Champagner als Aperitif fürs pre-fab-Mahl, auch in der Economy Class. Ich trage ein Armband aus geflochtenen Baumwollfäden mit einem in Glas eingelassenem afrikanischem Skorpion, Geschenk einer Freundin, ein Talisman, der das Flugzeug vor dem Absturz beschützen wird und mich vor jeglichem Unbill in New York und Umgebung. Die Umgebung ist es nämlich, ehrlich gesagt, wo ich hinfliege, Newark Airport. Von dort aus werde ich aber kein Taxi Richtung Manhattan nehmen, wie so viele, die dort ankommen. Ich werde in die andere Richtung fahren. Ich bin privilegiert, werde erwartet; bin, sozusagen schon bevor ich ankomme, dort zuhause. Wo man abgeholt wird, ist man zuhause, nicht wahr? Wer mich abholt, muss lange warten. Ich habe zwar ein Visum, ein echtes, nicht schlicht eins für Touristen, eins, mit dem ich drei Monate lang arbeiten darf, Dollar verdienen. Trotz Visum muss ich aber noch fotografiert werden und meine Fingerabdrücke scannen lassen. Offenbar legen sie eine Sammlung an, mit Fotos von mir und meinen Fingern. Ich stelle mir vor, wie man in fünfzig Jahren eine ganze Serie haben wird, auf der man sieht, wie ich älter geworden bin, grauer, total verwandelt, nur die Fingerkuppen werden eventuell noch genauso ausschauen wie jetzt. Es wäre ein schönes Kunstprojekt, eine Ausstellung wert, eine Serie Amerikareisende und ihre Flughafengesichter im vergehenden zwanzigsten Jahrhundert.

„Sprechen Sie Spanisch?“, war die letzte Frage des Konsularbeamten an der Amerikanischen Botschaft in Wien gewesen, bevor er sagte, gut, Sie bekommen das Visum. Auch er hatte natürlich meine Fingerabdrücke einmal gescannt. Mit seiner Frage im Ohr, war ich weggegangen. Sprechen Sie Spanisch? War das eine Fangfrage, weil er wusste, dass ich es sprach, weil er überprüfen wollte, ob ich kohärent mit dem, was er im Internet über mich fand, antwortete? Davor hatte mich die Frage nach dem Geburtstag meiner Mutter in Verlegenheit gebracht, jedes Mal, wenn ich danach gefragt werde, erschrecke ich kurz, fürchte, mich zu irren und als unheimlich dumm und obendrein herzlos zu gelten.
Jetzt, am Flughafen, reicht mir der Zollbeamte einen Kugelschreiber, geduldig – obwohl er aussieht, als sei mit ihm nicht zu spaßen – Füllen Sie das rasch aus. Ich hatte nicht alle verlangten Felder am weißen Formular ausgefüllt, weil ich die spanische Version genommen hatte, weil eine englische Version nirgends herumlag.
Was ich hier mache, muss ich noch sagen, ich murmele, Rutgers, Universität, sein Gesicht erhellt sich sofort, eine ausgezeichnete Universität, sagt er, er kennt ein paar Leute, die dort studiert haben, und wünscht mir viel Spaß. Ich bin eingereist. Nach der Kofferabholung und einer weiteren Kontrolle sehe ich endlich denjenigen, der mich abholt, er hält ein großes Schild mit meinem Namen vor der Brust. Ob er lange gewartet habe, frage ich pro Forma, denn es ist klar, er hat mindestens eine Stunde gewartet. Nicht so lange, antwortet er; er arbeitet an einer Doktorarbeit in Germanistik; vielleicht ist er daher so geduldig.

Die Wohnung, in die er mich bringt, hat als Adresse „Baumwipfel 150“; das ist nicht gelogen, nur übersetzt. Die Siedlung erinnert mich an die Legohäuser, die ich als Kind für Playmobilbewohner hin- und herstellte, jedes Haus identisch mit dem daneben. Ich werde später noch öfter Mühe haben, es wieder zu finden, einmal eine halbe Stunde lang suchen, mit Taxifahrern immer das große Schild an der Hauptstrasse als Treffpunkt vereinbaren auf dem „Treetop Apartments“ steht, meinen Baumwipfel finden sie nämlich nie.

Ich bin für ein Semester zu Gast bei der Rutgers Universität; die organisierte meine Unterkunft, wie im Schlaraffenland, ich komme und alles steht bereit. Auf den Wipfel Nummer 150 klettert man über eine Holzstiege. Ich weiß nicht, warum ich mir amerikanische Wohnungen neu und blinkend vorgestellt habe, aus Stahl und Glas, mit großzügigen Entrees und breiten Türen. Die Wohnung stammt aus der Zeit, als meine Mutter jung war, golden glänzende Türknöpfe zum Drehen, mit einem ebenfalls drehbaren kleinen Knopf in der Mitte, zum Zusperren. Mein Begleiter spricht, wie ich nur Amerikaner sprechen habe hören, als müssten Sätze nie aufhören, seine Intonation führt bei jedem Satzende zu einer Melodie, die gleich wieder einen Anfang verspricht. Vielleicht ist es ihre Art zu sprechen, die sie die Welt erobern hat lassen. Er nimmt drei braune Papiersäcke aus dem Kofferraum. Damit ich nicht mehr einkaufen muss heute. Ich staune über diese Fürsorge. Als er weg ist, schaue ich, was er gekauft hat. Cola, Chips, Toastbrot, Tomatensauce, Nudeln, Küchenrolle, Klopapier, Seife. Alles was der (amerikanische) Mensch braucht. Wie soll man den Klischees entkommen? Die Zimmer im Legohaus sind groß, voll leerer Schränke aus hellem Holz. Das eine, in dem zwei Sofas und ein Esstisch stehen, hat eine Oberlichte und eine wohl fünf Meter hohe Wand bis unters Dach. Fast jede der übrigen Wände verbirgt hinter einer Falttür einen Wandschrank, in dem sich ein Elektrogerät befindet, das in den 70er Jahren bestimmt state-of-the-art gewesen ist; Waschmaschine und Wäschetrockner namens Spacemaker, Geschirrspüler namens Permatuf, der Herd und der brummende Kühlschrank gehören zur Familie General Electric. Von draußen zirpen Grillen. Das Leitungswasser schmeckt nach Algen. In den Heizkörpern lebt bestimmt Interessantes. Hier werde ich drei Monate lang wohnen. Manchmal höre ich meine Nachbarn, aber sehen tue ich sie nie. Nur ihre Wägen sehe ich, die vor den Häusern parken, und die Schuhe meines Nachbarn, ein Paar auf jeder Stufe. Zu Fuß kommt man hier nirgendwo hin, das zeigt ein kurzer Rundgang; außer man wäre ein Reh oder eins der Murmeltiere, die im Morgengrauen und manchmal auch nachmittags im Garten zwischen den Tennisplätzen huschen. Wann der nächste Bus geht, kann man im Internet sehen, www.nextbus.com; hat man kein Internet, geht man auf gut Glück zur Haltestelle und wartet (höchstens eine halbe Stunde). Einmal habe ich keine Geduld mehr, denke, was ein Reh kann, kann ich auch, es kann doch nicht so weit sein bis ins Zentrum von New Brunswick, man sieht ja die Kirchtürme auf der anderen Seite des Rarity Rivers. Frohgemut gehe ich los. Bis ich plötzlich zwischen Highways stehe und wirklich nicht mehr weiter weiß. Ab und zu gibt es eine Fußgängerampel, wenn man drückt und wartet wird sie rot und man kann die Strasse überqueren, doch hüben ist genauso Highway wie drüben. Oben am Hang steht ein einzelnes Haus, Arbeiter sind dabei, die Fassade zu renovieren. Ich gehe hinauf, frage, wie man zur Brücke über den Fluss kommt. Der Mann schaut mich ratlos an. Keine Ahnung, sagt er.
In der festen Absicht, ein Auto zu kaufen, gelange ich endlich zum Supermarkt und begreife plötzlich die Frage des Wiener Konsularbeamten. Hier sprechen alle spanisch. Die mexikanischen Produkte, die Verkäufer aus der Dominikanischen Republik flößen Vertrauen ein. Ich beschließe, den Markt zu meinem Stammgeschäft zu machen, schließlich befindet er sich, wenn man den Highway einmal hinter sich gelassen hat, sozusagen in walking distance. Am nächsten Tag erzählt mir ein Professor der Universität, die Gegend, in der ich eingekauft hatte, sei die gefährlichste der Stadt.

Ich gewöhne mich daran, am Bahnsteig zu frühstücken, mich auf nichts zu sehr zu konzentrieren, alles unterwegs zu machen. An der Haltestelle ruft Gott seine zukünftigen Jünger in Gestalt eines jungen Mannes zur Ordnung, der ein schwarzes Büchlein in der Hand hält, das aussieht, wie ein Gebetbuch aus den Bänken einer Dorfkirche oder eine Bibel aus der Nachttischlade eines Hotelzimmers. „Verwünscht seien diejenigen, die den Sport anbeten“, brüllt er, „die das Fernsehen anbeten, einander anbeten.“ Die Studenten, zu denen er spricht, ignorieren ihn, kontrollieren die Abfahrtszeiten der Busse auf ihren Mobiltelefonen. Meine Haltestelle liegt an der Zedernstrasse.

Lange habe ich die Zeit nicht umgestellt, sie so gelassen wie in Europa. Tagsüber hörte ich via Internet europäisches Nachtradio, wenn das Morgenjournal kam, ging ich schlafen. Bis ich den wiederkehrenden Eindruck, den der Anblick des Zeigers, der gleich nach dem Frühstück schon auf sechzehn Uhr stand, verursachte, nicht mehr aushielt, dass der Tag nämlich, kaum war ich richtig wach, schon wieder vorbei sei, und die Zeit doch um sechs Stunden zurückstellte. Jetzt bin ich rund um die Uhr in Amerika.

Dafür braucht man vielerlei Dokumente, insbesondere eine Social Security Number. Das zuständige Amt ist in der Charles Street; immer wenn man hier rasch irgendwo hin möchte, wundert man sich, dass eine Stadt mit nur 50 000 Einwohnern so groß sein kann. Hinter den Schaltern, zu denen alle Wartenden wollen, befindet sich eine amerikanische Flagge, die die ganze Wand bedeckt. Die Atmosphäre hier erinnert mich trotzdem an ein österreichisches Arbeitsamt, man bekommt seine Nummer von einem computerisierten Maschine ausgedruckt, sitzt für eine unbestimmte Weile da, niemand weiß so recht, warum manche früher drankommen, obwohl sie eine höhere Nummer haben, ein Plakat verkündet, das sei, weil manche einen Termin hätten (und warum habe ich keinen Termin, denkt man sich). Keiner wartet gerne, man vertraut dieser Ankündigung nicht recht. Ich bekomme die Nummer A 38. Aufgerufen wird als nächstes B 348. Neben mir sitzt eine Frau mit Dreadlocks, zu ihrem T-Shirt passend rosa lackierten Fingernägeln, sie riecht nach Pflanzenschutzmitteln und ist mir sympathisch. Fast alle Wartenden sprechen Spanisch, die Frau auch. Ich denke kurz noch einmal an den prophetischen Konsularbeamten aus Wien. Das spanische E-94, das ich bei der Einreise ausgefüllt habe, ist fest in meinen Pass geklammert. Ob das noch Probleme geben wird? A like an Apple, tönt es knackend aus dem Lautsprecher. A like an Apple and sixty-five. Eine Frau in Jeans, die übersät sind von kleinen Ananasapplikationen, erhebt sich. Sobald jemand aufgerufen wird, bewegt er oder sie sich schwerfällig durch den Raum, egal wie alt sie sind, als ob sie während des Wartens das Gehen verlernt hätten oder gar nie sonderlich gehfähig gewesen wären; in den eineinhalb Stunden, die ich im Amt für Soziale Sicherheit verbringe, habe ich niemanden behände aufspringen und nach vorne eilen sehen.
Irgendwo steht, dass man den Wachmann bitten muss, einem ein Formular zu geben. Ich frage den Mann an der Tür, ob er der Wachmann ist, der das Formular hat. Er lacht und deutet auf einen Tisch, auf dem diverse Stapel liegen. I’m a legal alien, allowed to work, ist das erste, was ich ankreuzen muss. Kreuzt man etwas anderes an, heißt es im Erläuterungstext, darf man sich nur in Ausnahmefällen um eine Social Security Number bewerben. Wenige Zeilen darunter die Frage nach Ethnicity und Rasse (freiwillig zu beantworten); ich fülle also nichts aus. Zur Verfügung stünden: (1) Hispanic oder Latino (2) Native Hawaiian, dann: Alaska, Asian, American Indian, Other Pacific Islande, White.
Die Beantwortung der Frage, ob man Frau oder Mann ist, ist nicht freiwillig.
Als ich an der Reihe bin zum Schalter vorzutreten und der Beamtin dahinter das ausgefüllte Formular gereicht habe, sagt sie ernst und feierlich, ob ich bei sonstiger strafrechtlicher Verfolgung schwöre, dass alle Angaben richtig sind. Kurz denke ich daran, dass ich mir nicht sicher bin, ob man den zweiten Vornamen meines Vaters mit „f“ schreibt oder mit „ph“. Ob man dafür strafrechtlich verfolgt werden kann? Ich nicke, hoffentlich auch ziemlich feierlich. Diese Nummer werden Sie Ihr Leben lang behalten, sagt die Frau.

Ich muss einen Bus finden, der ins Stadtzentrum fährt. Meine diesbezügliche Frage verwirrt. Ob ich Downtown meine? Wann der Bus kommt, weiß niemand, vermutlich einmal pro Stunde. Ich bin die einzige an der Haltestelle. Zum ersten Mal seit Wochen, Monaten regnet es. Ich habe wieder Glück, zehn Minuten später kommt ein Bus. Einen Dollar fünfzig bräuchte ich jetzt, ganz genau, denn der Chauffeur kassiert nicht und wechselt nicht, man muss das Geld abgezählt in eine Maschine stecken. Als ich zögere, im Portemonnaie krame, hilft sekundenschnell jemand mit Kleingeld aus. Erleichtert sinke ich in den Sitz. Um den Haltewunsch anzugeben muss man ein gelbes Band berühren, soviel habe ich in zwei Wochen doch gelernt.

Einer der Studenten, die ich unterrichtet habe, hat etwas Interessantes geschrieben, in einem kleinen Aufsatz; dass die meisten von einem schönen Beruf träumen, die allermeisten dann aber etwas machen müssen, das vielleicht nicht ganz schlimm ist, aber auch nicht, was sie sich vorgestellt hatten. Und ich bin hier, mache genau das, was ich immer machen wollte, werde dafür bezahlt.
Auf meinem Schreibtisch liegt eine Reservierung fürs Chelsea Hotel. New York City liegt nur fünfzig Minuten entfernt, alle halbe Stunde fährt New Jersey Transit zur Penn Station in der 33th Street, Ecke 8th Avenue. Der Schaffner nimmt die Fahrkarten, zwickt sie und behält sie. Unter Metallklammern auf den Lehnen der Sitze steckt er Stückchen Karton mit geheimnisvollen Nummern und Buchstaben. Bei meiner ersten Fahrt habe ich ihn so fragend angesehen, dass er mir das Ticket doch zurückgab. Mittlerweile kennt er mich wohl schon.
Ich kann sagen, Amerika ist ein Land wie andere auch, beziehungsweise, wie andere nicht. Ist das enttäuschend? Es fängt besser an, als ich mir vorgestellt hatte. Ich habe eine Reservierung fürs Chelsea Hotel.